IG Modell-Truck-Trial

05. September 2010
Ein XC wird Erwachsen PDF Drucken E-Mail
  

Angefangen hat alles damit das ich mir ein Fahrzeug zulegen wollte mit dem man richtig schön im Gelände fahre kann.

Vorerst war es egal ob es ein PKW oder LKW ist. Einfach schön langsam durchs Gelände kraxeln war das Ziel.

Nachdem ich ein bisschen gesucht hatte, wurde ich auf der ich 2002 auf der Intermodellbau in Dortmund fündig

und legte mir die RTR-Version des Mitsubishi Pajero von Tamiya zu.

 

Vorerst baute ich den Pajero aus, so wie es beschrieben war. D.h. Regler, Lenkservo, Akku, Empfänger etc. eben alles rein,

was noch zum Fahren nötig war.

 

 

Nach ein paar Testrunden im leichten Gelände war ich von dem Fahrzeug begeistert.

Jedoch war richtiges vorankommen im Gelände nicht wirklich möglich. Es war schnell zu sehen dass die Achsen bedingt durch

die vorhandenen Diffenziale im Gelände schnell ein Rad in der Luft hing und das andere Rad keinen Vortrieb mehr brachte.

Nachdem die Achsen mittels Heißkleber gesperrt waren, sah das schon ganz anders aus.

 

Mit den nun gesperrten Achsen ging der Pajero schon um einiges besser im Gelände. Allerdings war ein schnell erkanntes Manko, das der Lenkeinschlag nicht sonderlich groß ausfiel. Also das Fahrzeug wieder begutachten und schon war erkannt das die Lenkhebel nach dem abschleifen der äußeren Kanten schon ein bisschen mehr Lenkausschlag zuließen.

 

Aber selbst ein recht kräftiger Servo Hitec HS-645 MG mit ca. 8 kg Stellkraft schaffte es nicht immer die Lenkung

zum richtigen Lenken zu bewegen. Abhilfe schaffte von Bauteil1 die Kugelgelagerte Lenkung, denn der Original

Kunststoffeinsatz „frisst“ im wahrsten Sinne des Wortes Kraft.

 

 

Nun konnte man mit der Lenkung schon Zufrieden sein, doch das I-Tüpfelchen waren dann die Kardangelenke die Tamiya

zwar im Programm hat, aber eigentlich nicht wirklich für das XC Chassis anbietet. Es passen die  Kardangelenke

für das TA02 / FF-Chassis. Bestellnummer bei Tamiya: 53172. Die Serienmäßigen Knochen verhindern nämlich

einen zu großen Lenkeinschlag. Mit den Kardangelenken ist da noch ein bisschen mehr drin.

 

Eingebaute Kardane an den Abgeschliffenen Lenkhebeln:

 

 

Da sich nun als Schwachstelle in der Lenkung nur noch ein kleiner Umlenkhebel an der Unterseite herausstellte,

wurde auch dies noch umgebaut und mit einem kleinen Alu-Blech verstärkt. Und so sitzen jetzt beide Lenkstangen

spielfrei auf der Kugelgelagerten Lenkung.

 

 

 

Im gleichen Umbau-Akt wurden dann die Lenkhebel an den Rädern direkt verlängert um einen größeren Hebel zu haben,

und somit ein bisschen mehr Kraft auf die Räder beim lenken zu bringen.

 

Nun konnte man in meinen Augen an der Lenkung des XC nichts mehr „optimieren“, aber wer weiß was mir evtl. noch einfällt.

 

Im Laufe der Zeit wurde aus dem Pajero ein richtiger LKW und Truck-Trialer indem Ihm ein Actros Fahrerhaus von Bruder

verpasst wurde. Ein Aufbau aus PS-Platten der nach der IG-Modell-Truck-Trial Reglementkonform Rechteckig war wurde

an die Breite des Fahrerhauses angefertigt.

 

 

 

 

 

Wer Trial fährt weiß, das die Geschwindigkeit eigentlich nicht langsam genug sein kann um gefühlvoll durch die

Eng gesteckten Tore fahren zu können.

Hier ist eins der größten Nachteile die das Chassis hat, welches es zu beseitigen galt.

Auch bei einem eingebauten Truck Motor ist die Geschwindigkeit noch nicht langsam genug, und dazu kommt noch das

das Modell am Hang wegläuft, weil die Übersetzung noch nicht hoch genug ist um das Modell zu bremsen. Wer hier bei

einer Bergabfahrt durch ein Tor muss, weiß wie sehr man ins Schwitzen kommt wenn das Modell auf einmal anfängt zu rollen.

 

Hier wurde durch den beengten Raum wo der Motor sitzt, eine Übersetzung eingebaut um sowohl die Geschwindigkeit zu

reduzieren, als auch die Gesamtübersetzung zu erhöhen das das Modell nicht am Hang ins Rollen gerät.

Durch eine Motorattrappe aus Messing mit 2 Kugellagern, einem Zahnriementrieb mit einer Übersetzung von 2:1 von

CONRAD und einem Reduziergetriebe von Robbe (Übersetzung 3,3:1), wurde hier in Verbindung mit einem Speed500

Motor von Robbe die Optimale

Übersetzung gefunden.

 

 

 

Angetrieben wird der Motor durch den Regler Multi 20 von der Firma Aeronaut.

Als Soundmodul dient ein SMT von Servonaut welches unter dem Fahrerhaus gut gegen Dreck versteckt sitzt.

Der Lautsprecher hierzu sitzt unter der Dachluke.

Man kann sehr gefühlvoll Rangieren und Steuern, hat aber auch Reserven um mal mit Schwung einen Hang hochzufahren.

Und das schönste ist, das man mitten auf einer Steilfahrt oder Abfahrt anhalten kann, ohne dass das Modell wegrollt.

 

Apropos Rollen: Der Trial-Actros rollt derzeit auf den Felgen vom Hummer, welche mit Blei ausgegossen wurden um den

Schwerpunkt möglichst niedrig zu halten. Wer hierzu nicht die Möglichkeit hat, kann sich auch Bleiringe bei der Firma 

Bauteil1 für diese Felgengröße besorgen. Die Reifen sind noch die Originalen vom Pajero, hier wurde um die Traktion zu verbessern,

Stollen aus dem Profil geschnitten und die Reifen mit Sekundenkleber auf den Felgen fixiert. Bei Schwerem Gelände kann

es sonst teilweise dazu kommen das ein Reifen schon mal von der Felge gedrückt wird.

  

Ein weiteres Thema am XC ist der nicht gerade große Federweg.

Die ständig verdreckten Original-Stoßdämpfer hatten mir zu wenig Federweg und hakelten auch nach einigen Runden im

Gelände weil der Dreck auf den Kolbenstangen ein Federn verhinderten.

 

Da man beim Trial nicht unbedingt Dämpfung braucht, sondern Hauptsächlich Federweg, habe ich alle 4 Stoßdämpfer ersetzt.

An dessen Stelle sitzen jetzt nur Federn.. Durch die fehlende Kolbenstange kann nichts mehr verdrecken und hakeln.

 

Der Nachteil ist, das Federn ohne Führung herausfallen würden, und so habe ich sowohl die vordern, als auch die hinteren Federn

oben und unten durch eine seitliche Führung befestigt und durch Seile den Ausfederweg begrenzt. Die Seile haben noch einen weitern Zweck,

doch dazu später mehr.

 

  

Die beiden Achsschenkel der VA sind ein Zubehörteil aus Alu von der Firma www.Modellanhaenger.de.

 

Das Chassis wurde an der Vorderseite komplett um einige Zentimeter gekürzt und mit einer kleinen Platte aus PS verkleidet,

da man sonst schnell bei Hindernissen die direkt in der Mitte vor dem Fahrzeug auftauchen, schnell mal mit dem Chassis

anstieß und somit eine weiterfahrt verhinderte.

 

An der Hinterachse hatte ich leider keine passenden langen Federn so dass 2 Federn mit jeweils 3 kleinen Kabelbindern

verbunden wurden um die gewünschte Länge zu erreichen.

 

  

 

Auch die Hinterachseaufhängung des XC wurde geändert.

Ein Grund war die nicht ausreichende Verschränkung die das Original von Hause aus mitbrachte, zum anderen waren

auf der Unterseite des Fahrzeugs zu viele Ecken und Kanten mit denen man im Gelände an Steinen oder anderen

 Hindernissen schnell hängen blieb.

So wurden die 4 Aufnahmen der Längsführung von der Hinterachse auf dem Unterboden komplett entfernt und durch eine

ebene Bodenplatte aus PS ersetzt. Nun dienen der Hinterachse an der Außenseite des Rahmens angebrachte Führungen.

Auch die Platte unter dem Vorderwagen unter dem die Lenkung normalerweise versteckt sitzt wurde Teilweise entfernt um

nicht beim Rückwärts rangieren irgendwo an dieser Kante hängen zu bleiben.

 

 

 

Die Kardanwelle wurde im Laufe der Zeit durch einen Eigenbau ersetzt und die beiden Kardangelenke vor Dreck geschützt.

 

 

 

Nun zu den vorhin genannten Seilen, welche den Ausfederweg begrenzen sollen.

Eine im Moment noch einzigartige Eigenschaft beim Trial ist, das man via Servo eine komplette Fahrzeugseite

(d.h. rechts oder links, oder auch beide gleichzeitig) absenken kann. Gedacht ist dies um bei extremen Schrägfahrten,

die Fahrzeugseite zum Berg hin zu ziehen um den Kippwinkel kleiner zu halten. Dies funktioniert in der Praxis ganz gut,

und selbst bei einigen Hindernissen wo man teilweise mal nicht auf einer Schräge festhängt, hilft es manchmal die Räder

einer Seite anzuziehen und ein bisschen zu manövrieren.

 

 

 

 

 

Dieses „Liften“ einer kompletten Fahrzeugseite wird durch 2 Fahrwerk-Servos aus dem Fliegerbereich bewirkt.

Diese Drehen bei einem Impuls komplett 180 ° und werden durch 2 Schalter an der Steuerung bedient. Man kann auch beide

Gleichzeitig bedienen und so das Fahrzeug im ganzen Tieferlegen.

 

Verbaut sieht dies so aus:

 

An jedem Servo sind zwei Seilrollen an denen die Seile befestigt sind.

An der Hinterachse laufen die Seile direkt von der Seilrolle nach unten durch die Federn an die Hinterachse.

Die beiden Seile für die Vorderräder laufen von der Seilrolle nach vorne und dort über eine Umlenkrolle runter auf den oberen Dreieckslenker.

   

Alle Änderungen die an dem XC durchgeführt wurden, haben sich Stück für Stück aus einer Änderung zur nächsten Ergeben.

Im Ganzen sind in ca. 3 Jahren das daraus geworden was ich nun zu Hause stehen habe. Im Ergebnis muss ich selber zugeben das

es mir immer noch sehr viel Spaß macht mit dem XC zu fahren, und auch festzustellen das der Actros im Gelände sehr gut vorankommt.

Ich bin begeistert was dieses Chassie alles Aushält und muss zugeben das ich an diesem Fahrzeug weniger Reparaturen habe als

an meinen beiden anderen Trial-LKW. Als Einsteigerfahrzeug meiner Meinung eine sehr gute Wahl, wobei man sieht das es auch

 im Ausbau vieles an Möglichkeiten gibt, wo mir bestimmt noch weitere „Ausbaustufen“ einfallen werden.

 

Mittlerweile ist der XC verkauft und bei Martin Henrici "zu Hause" und als Mercedes G unterwegs.

 

Aber ich habe schon wieder einen neuen Bauskasten im Keller liegen.......mal sehen wann ich Zeit finde :-)

 

  

 
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