| Voll Kraz das Teil |
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Der Text ist erschienen in der TRUCKmodell 05/2006 (von Franz Bremer)
Schneckenachsen sollten es sein und Zeichnungen lieferte er auch direkt mit. (siehe Bericht TM 01/06) Und wenn wir schon einmal dabei waren, fielen auch Achsen für mich ab. Ein Fahrzeug war da noch nicht in Sicht. Die Achsen erwiesen sich als stabil und zuverlässig in Arnds FAUN. Somit konnte ein größeres Vorbild herhalten. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Achsen und der Wunsch nach einem Langschnauzer gaben die erste Richtung vor. Zudem sollte er was darstellen. Bei einem Benzingespräch mit Hermann Popp über die Tatsache, dass doch sehr viele Unimog beim Trial in Sinsheim antreten versprach er mir ein Buch zukommen zu lassen. Inhalt des Buches: Pipelinebau in Russland. In diesem Buch war mein Truck beschrieben; der KrAZ 255b. Der Bericht über den Rohrleitungsbau hat mich an meine Tage bei der Rheinbraun (heute RWE POWER) im Tagebau Garzweiler erinnert. Hier war ich selbst im Rohrleitungsbau tätig.
Das Vorbild war somit gefunden. Der Kraz 255b ist im Original eine imposante Erscheinung. Mit 280cm Fahrzeugbreite ist er ein sehr seltener Vertreter auf Deutschlands Strassen. Entstanden ist der 255 aus dem 214, der größte Unterschied findet sich in der stärkeren Bereifung. Beide Modelle wurden von der ehemals russischen, heute ukrainischen LKW-Manufaktur KrAZ (Krementschuker Automobilwerk) vorwiegend für das Militär gebaut. Aber auch bei der Gas- und Ölförderung (wie erwähnt) fanden die Fahrzeuge ihren Einsatzort. Die heute in Deutschland befindlichen Fahrzeuge stammen aus Beständen der NVA. Bei Vereinen und vereinzelt bei Abschleppfirmen haben diese Fahrzeuge eine zweite Heimat gefunden.So finden sich im World Wide Web ausreichend Bilder und Zeichnungen, die als Vorlage für das Modell dienen können, wenn auch viele Beschreibungen in kyrillischen Buchstaben geschrieben sind. Eine Detailzeichnung wurde auf den gewünschten Maßstab vergrößert und bildete somit die Grundlage für das Projekt. Bei der Konstruktion des Modells wollte ich das Rad nicht neu erfinden. Als Rahmen wurden Aluwinkel aus dem Baumarkt genommen. Unter diesen Rahmen wurden die bereits genannten Schneckenachsen mit Blattfedern vorne und Pendelfederung hinten montiert. Die Lenkung erfolgt über ein im Hilfsrahmen montiertes Hitecs HS805B Servo.Somit können keine Lenkeinflüsse beim Ein- und Ausfedern die Fahrrichtung des 255 beirren. Als Antrieb kommt, mal wieder, ein Akkuschrauber mit Zweiganggetriebe zum Einsatz. Diese Planetengetriebe haben sich nun vielfach bewährt und sind preiswert in jedem Baumarkt zu erhalten. (aber da erzähl ich ja nichts neuesJ)
Seltsamer Weise hält das ganze. Als Plane wurde schwarzer Stoff genutzt. Die Ränder wurden eingeschlagen und verklebt. Ein mit eingeklebter Hosengummi hält das ganze stramm über dem Rahmen. Mattschwarz angesprüht und fertig ist die Plane. Eine Plane zu nähen kam mir nun wirklich nicht in den Sinn. So gerüstet ging es zu später zu Testfahrten. Es zeigte sich schnell, dass der Schwerpunkt zu weit nach oben wanderte. Somit landete die Konstruktion wieder auf dem Müll. Eine einfache Plane aus Stoff bildet nun den Abschluss für die Pritsche. Manchmal sind die einfachen Sachen auch die Besten.So ganz konnte ich meine berufliche Herkunft bei den Feinheiten der Karosserie nicht verleugnen. Tanks und sonstige Anbauteile wurden aus Aluminium gefertigt. Hier durfte ich auf die fachliche Hilfe meiner Kollegen zurückgreifen. Auch wenn ich die Bemerkungen von Michel hier nicht wiederholen kann; es lesen auch Jugendliche mit, geholfen haben Kai, Stefan und Jochen immer. Die vier sind an Ihren Maschinen ein eingespieltes Team.
Die Aluparts wurden nicht lackiert und bilden so den Kontrast zum Graugrün (RAL 6006) der Karosserie. Noch in der Rohbauphase wurde der Fahrregler montiert. Der Servonaut T20 wurde mir nicht zuletzt von meinem Bruder empfohlen. Bremse, Anfahrhilfe und als kleines Schmankerl Brems- und Fahrlicht sprachen für diesen Regler. So ganz nebenbei wird der Regler komplett in Schleswig-Holstein gefertigt, was auch positiv auffiel.Der KrAZ war somit fahrfertig und konnte ersten Tests unterzogen werden. Ein Treffen in Mönchengladbach beim Sonntagsstammtisch sollte die Kinderkrankheiten aufzeigen. Wie zu erwarten fanden sich auch Kleinigkeiten Beim Fahren über die hauseigene Indoorstrecke kippte die hinterste Achse aus den Federschuhen der Blattfedern, das Schiebestück der Kardanwelle fiel raus und beendete somit den Antrieb der Achse. Der hohe Schwerpunkt war ebenfalls zu bemängeln. Positiv fiel bei diesem Test der relativ kleine Wendekreis des 255b auf, der des Faun war nur ca. 2 cm kleiner. Die Indoorstrecke landete kurz entschlossen im Kofferraum, so dass ich auch unter der Woche weiter testen konnte. Bis Sinsheim waren nur noch drei Wochen. Nachdem die ersten Kinderkrankheiten behoben worden waren, verliefen die Trockentests zufrieden stellend. Nach dem Lackieren konnte ich ihm mal die Breitseite geben. Ich wollte ja wissen, ob alles hält, damit beim Wettbewerb kein böses Erwachen folgt. Ein schöner Schotterhaufen am Rhein war das Ziel.
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