| Defender auf Geländechassis von RC4WD |
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Gelände Truck von RC4WD . Gelande Truck stand zu erst auf der Webseite der Kalifornier. Dieser Umstand ließ mich zu erst lächeln und machte mich aber auch Neugierig. Sollten die Amis ein spezielles Chassis für den deutschsprachigen Raum konzipiert haben? Am nächsten Tag war es klar und der Fehler behoben. Wie beim Glücksrat hatte man ein „ä“ gekauft und den Namen verdeutscht. Konzipiert wurde das Chassis in Neuseeland und hier speziell für den Land Rover Defender. Etwas skeptisch war ich bei der Wahl der Federn. Schraubenfedern im Defender kamen mir etwas fehl am Platze vor. Doch ein Blick auf die Webseite von Land Rover brachte mir neue Erkenntnis. Die aktuelle Version des ehrwürdigen englischen Offroaders verwendet Schraubenfedern und das schon recht lange. Somit passt es ja wieder zusammen.
Schauen wir uns das Chassis ein wenig näher an. Die zwei kugelgelagerten Starrachsen kommen im Kunststoffgehäuse daher. Die vordere Achse ist natürlich gelenkt. Leider ist hier die übliche Knochenversion verbaut. Diese Konstruktion hat bekanntermaßen nur einen beschränkten Lenkeinschlag. Auch gibt die Lage des Servo nicht mehr Lenkeinschlag her. Der Servo sitzt zu weit hinten, so dass die Lenkstange vom Servo zum Achsschenkel nicht optimal verläuft. Um ein wenig mehr Lenkeinschlag zu erhalten, habe ich die Spurstange auf die hintere Bohrung an den Achsschenkeln montiert. Der Umstand, dass die Spurstange am Differential anschlägt wurde durch leichte Bearbeitung der Selben behoben. Leicht gebogen ist genug Luft bei Volleinschlag. Die Wartung und Schmierung der Achsen kann über die Differentialdeckel vorgenommen werden. Die Deckel können dafür abgenommen werden. Hier halten M2 Imbusschrauben den Verschluss am Gehäuse. Metrische Schrauben und Kunststoff vertragen sich nicht immer gut. Der Kunststoff kann dazu neigen auszufransen. Bei der Anzahl der Schrauben ist es aber zu vernachlässigen, wenn mal ein Gewinde nicht mehr 100% packt. Die Achsen werden über jeweils zwei außen liegende Längslenker und zwei zur Achsmitte geführte Streben gehalten. Diese Konstruktion lässt einen minimalen Versatz der Achse aus der Fahrzeugmitte zu. Dieser Versatz beträgt aber nur wenige Millimeter und fällt im Gelände später sicherlich nicht auf. Gefedert wird das Chassis über vier doppelte Schraubenfedern mit 80mm Gesamthöhe, die in vier verschiedenen Montagehöhen befestigt werden können. Diese Alufederbeine können per Rändelschraube in der Federvorspannung angepasst werden. Bei meinem Testchassis waren zwei der Federbeine auf dem Kopf montiert. Eine Unachtsamkeit bei der Vormontage, die nur optisch ins Gewicht fällt und von mir durch Demontage und korrekten Einbau behoben wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde auch direkt ein Stoßdämpfer überprüft. Der Dämpfer vorne links arbeitete nur widerwillig. Das Federbein ging etwas schwergängig und konnte den Defender nicht wieder in die Waagerechte drücken. Es zeigte sich, dass der Dämpfer trocken war und somit half ein Tropfen Dämpferöl an dieser Stelle weiter. Bereits beim Test des Copperhead von RC4WD war mir aufgefallen, dass die Dämpfer nach längerem Stehen die erste Bewegung etwas unwillig machen. Ich hatte es dort auf die Lage der Dämpfer geschoben. Hier stehen die Dämpfer aber senkrecht und zeigen das gleiche Verhalten. Es ist somit eine Unart der Dämpfer. Ist dieser Punkt überwunden arbeiten die Dämpfer einwandfrei. Optisch hätte ich mir an dieser Stelle auch die Dämpfer in schwarz gewünscht, zumal 90 mm Dämpfer auch in dieser Farbe bei RC4WD erhältlich sind. Aber das ist reine Geschmacksache. Wir folgen dem Antriebstrang von den Achsen zum Verteilergetriebe. Die Kardanwellen aus Aluminium mit ihrem sternförmig verzahnten Schiebeelement haben wir bereits beim Trailfinder und beim Copperhead gesehen. Hier sind die Antriebswellen in Schwarz ausgeführt. Es zeigte sich auch hier, dass es sich um ein vormontiertes Chassis handelt und eine generelle Durchsicht nicht schadet. Die vordere Kardanwelle war versetzt montiert. Dadurch lief der Gelände Truck insbesondere in Kurven bei der ersten Testfahrt unrund. Kurz die Madenschraube gelöst, die Welle abgezogen und das Schiebestück richtig zusammengesetzt. Kleine Ursache große Wirkung. Als Verteilergetriebe arbeitet das T1 Disruptor Black. Das selbstredend kugelgelagerte und 2,18:1 untersetzte Getriebe ist für schwerste Belastung konzipiert. Das Getriebe ist mittig als tragendes Element im Rahmen mit vier Schrauben montiert. Der flache Bauch des Getriebes fällt an diesem Chassis nichts ins Gewicht, da die Aufhängungen der Längslenker hier gut 5 mm drüber hinausragen. Die Bauchfreiheit des Chassis ist aber trotz dieses Umstandes mit 74 mm mehr als ausreichend. Ein weiteres Kardanstück verbindet das T1 Disruptor Black mit der eigentlichen Motor-Getriebe-Einheit. Ein Planetengetriebe mit einer Untersetzung von 16:1 gibt reichlich Drehmoment an den Antriebsstrang. Empfohlen wird von Herstellerseite ein Motor von 35 bis 55 Turns. In meinem Regal lag noch ein Team Orion Orbital mit 80 Turns. Von Hause aus ein echter Langsamläufer. Mit der Gesamtgetriebeübersetzung von rund 32:1 vielleicht etwas zu langsam. Kraft hat der Ländi damit genug. Nur sind Überführungspassagen zwischen den Wertungsprüfungen sehr Zeit raubend. Zum Lieferumfang gehören noch vier Felgen in 1,9“ und die passenden Reifen. Hier kommen die Mud Plugger (Matsch Stopfer) mit 104 mm Außendurchmesser zum Einsatz. Die Felgen sind optisch sehr ansprechend und dreiteilig. Fünf M2 Imbusschrauben halten die beiden Felgenhälften zusammen. Der Felgenring aus Aluminium ist locker aufgesteckt.Bei der Montage der Reifen ist zu beachten, dass man die Stellung der Felgenhälften im Auge behält. Die Kreisbohrungen der Tango Down Felgen passen nur in einer Schraubenstellung übereinander. Ansonsten ist die Montage kinderleicht. Felgenring in den Reifen stecken und die vordere und hintere Hälfte gegeneinander verschrauben. So halten die Reifen sicher auf der Felge und lassen sich schnell und einfach wieder lösen.
Der Platz für die restlichen Komponenten ist nicht so offensichtlich. Für den Fahrsteller, Servonaut T20, habe ich ein Blech gebogen und im Rahmen verschraubt. Der 7,2 V Racestick liegt vor der Hinterachse quer zum Rahmen. Hier ist gewichtstechnisch nicht der optimale Platz aber einen anderen gibt es für diese Baugröße leider nicht. Gehalten wird die Energiequelle von zwei mitgelieferten Klettbändern an den Karosseriehalterungen. Als letztes muss der Empfänger verstaut werden. Dieser häng über Kopf von unten in der Karosserie. Die Defender Karosserie passt wie angegossen auf dem Chassis. Die seitlichen Streben korrespondieren mit den Bohrungen und auch die hintern Schrauben passen zu den Öffnungen in der Karosserie. Die erste Anprobe ist somit erfolgreich. Wie beim TÜV wurde die Freigängigkeit der Reifen in den Radhäusern geprüft. Hinten schleifen die Reifen bei Volleinfederung am Kotflügel. Ist aber nur minimal und beeinträchtigt nicht weiter.
Bei der Karosserie habe ich nur kleine Eingriffe vorgenommen. Im Lastenheft stand entchromen der Bauteile. Ich bevorzuge Mattschwarz für die Chromteile. Ein Dachgepäckträger und ein wenig Zubehör sollten das Bild ein wenig rund machen. Bringt einen im Gelände nicht weiter, sieht aber hübsch aus.
Dies alles musste in Nachtschicht geschehen, weil der Schnee, den Tief Daisy gebracht hatte, so langsam dahin schmolz. Und die einmalige Chance auf eine Testfahrt im Schnee wollte ich mir nicht entgehen lassen. Somit fand die erste Testfahrt bei leichtem Regen im Schnee statt. Der erste Eindruck: der Defender ist kein Schönwetterauto. Die geringe Höchstgeschwindigkeit verhindert das Hochschleudern von Dreck und Nässe. Von oben schützt die Hardcoverkarosserie. Somit bleibt die Feuchtigkeit da wo sie hin soll, draußen. Bei dem nassen Schnee zeigt sich die Kraft des Antriebes als wahrer Vorteil. Schneeketten wären an der einen oder anderen Stelle wünschenswert gewesen, aber im Großen und Ganzen wühlt sich der GELÄNDE Truck gut durch den Schnee. Es zeigt sich auch, dass Wasserdurchfahrten, dank hoch liegender elektrischer Teile kein Problem darstellen. Die maximale Wattiefe ist hier natürlich abhängig vom Einbauort der Elektronik. Bei Steigungen wünscht man sich etwas mehr Anpressdruck auf der Vorderachse. Hier werden später die Aluringe der vorderen Felgen durch Messingringe ausgetauscht werden. Die Hecklastigkeit zeigte sich auch bei weiteren Ausfahrten. Vorwärts neigt der Defender am Hang dazu mit der Lenkachse abzuheben. Hier MUSS Abhilfe geschaffen werden. Rückwärts kommt er dann umso besser den Hang hinauf.Von Vorteil sind die gnadenlos kurzen Überhänge vorne und hinten. Solche Böschungswinkel wünscht sich jeder Geländefahrer. Noch weniger Überhang und die Räder stehen über die Stoßstangen, die hier wirklich welche sind, hinaus. Die weiche Aufhängung und die gute Verschränkung halten die Räder lange am Boden. Doch auch hier ist trotz der gut 60 mm einseitigen Verschränkung irgendwann Ende. Bei festem Untergrund stellt das kein Problem dar, der starre Durchtrieb sorgt weiterhin für Vortrieb. Es werden weitere Ausfahrten folgen. Der Gelände Truck macht Spaß und seinem Namen alle Ehre. Die Testfahrten brachten mich auf einen weiteren Gedanken. So ein Fahrzeug schreit förmlich nach einem Anhänger. Schauen wir was die Zukunft bringt.
Fazit:
Der Gelände Truck von RC4WD kommt als ARTR daher. Als Modellbauer würde ich auch gerne eine unmontierte Variante kaufen können. Man lernt sein Modell bei der Montage doch mehr kennen. Die Materialwahl ist wieder mal gut. Alles macht einen soliden Eindruck. Lediglich das Plastik an den Achsgehäusen trübt etwas den Eindruck. Wünschenswert wären auch Kardangelenke in der Lenkachse und dann auch mehr Lenkeinschlag. Im Gelände fühlt sich der GELÄNDE Truck wohl. Alle gängigen Hindernisse wurden gut überwunden. An der einen oder anderen Stelle wäre etwas mehr Schwung wünschenswert gewesen, aber das ist eine Frage der Motorwahl, die dem jeweiligen Modellbauer unterliegt. Optisch passt der Land Rover sowohl ins Gelände als auch auf einen Parcours.
Text gedruckt: TRUCKmodell 5/2010
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